Der britische Rennfahrer John Surtees wurde am 11. Februar 1934 in Tatsfield geboren und war von klein auf im Bereich Motorräder aktiv. Sein Vater, der erfolgreiche Motorradrennfahrer Jack Surtees, besaß ein Motorradhändlergeschäft und führte seinen Sohn bereits im Alter von fünfzehn Jahren in die Welt des Rennsports ein, als John sein erstes Rennen auf zwei Rädern absolvierte und dabei Talent und Mut bewies. Zu Beginn seiner Karriere wurde Surtees Werksfahrer für MV Agusta, einen der bedeutendsten Hersteller von Rennmotorrädern seiner Zeit. Dies geschah im Jahr 1955, und schon im folgenden Jahr gewann er seinen ersten Weltmeistertitel in der Klasse bis 500 cm³. Auch in den folgenden Jahren bestätigte er seine Dominanz auf der Rennstrecke und sicherte sich insgesamt sieben Weltmeistertitel in verschiedenen Klassen. Trotz seiner unglaublichen Erfolge strebte Surtees danach, seine Karriere zu ändern und in den Bereich der Automobilrennen vorzudringen. 1960 gab er sein Debüt in der Formel 1 für das Team Lotus. Bereits 1963 fuhr er für das Ferrari-Team und wurde 1964 Formel-1-Weltmeister. Mit diesem Titel ging er in die Geschichte ein als der einzige Rennfahrer, der die Weltmeisterschaft auf zwei und vier Rädern gewonnen hat. Im darauffolgenden Jahr erlitt John während eines Trainings in Kanada einen schweren Unfall und kämpfte mehrere Tage um sein Leben auf der Intensivstation.
Er hörte auch nach seinem Höhepunkt nicht auf zu rennfahren. In den 80er Jahren begann er, sich seinem Team, der Surtees Racing Organisation, zu widmen, das in der Formel 1, Formel 2 und Formel 5000 antrat. Doch niemand erreichte so viele Erfolge wie sein Gründer, John Surtees. Seit 1996 gehört dieser britische Motorsport-Spitzenfahrer in die Hall of Fame des Motorradsports. 2008 wurde der Fahrer für seine Verdienste um den Motorsportsport mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. 2009 verstarb tragisch sein erst achtzehnjähriger Sohn Henry bei einem Rennen, woraufhin er die Henry Surtees Foundation gründete, die sich für die Sicherheit im Motorsport einsetzt und Verletzten bei Unfällen Hilfe leistet. John war zudem ein leidenschaftlicher Befürworter der Sicherheit im Motorsport und engagierte sich bis zu seinem Tod am 10. März 2017 aktiv in der Stiftung. Sein Erbe lebt weiter; bisher hat sich niemand gefunden, der diesen außergewöhnlichen Sportler in seinen Rekorden übertreffen konnte.
