Unfälle passieren leider, und sie werden wahrscheinlich nie ganz von den Straßen verschwinden. Sie können sich jedoch darauf vorbereiten, insbesondere wenn Sie direkt an einem beteiligt sind oder wenn er direkt vor Ihren Augen passiert. Wissen Sie, wie Sie Schritt für Schritt richtig reagieren und wie Sie nicht nur einem verletzten Motorradfahrer helfen können?
Punkt Nr. 1: Absicherung der Unfallstelle
Der Ort eines Unfalls ist nicht nur für die Unfallbeteiligten, sondern für alle, die am Straßenverkehr teilnehmen, gefährlich. Denken Sie daher auch an Ihre eigene Sicherheit. Die Unfallstelle muss ordnungsgemäß gesichert werden. Halten Sie Ihr Motorrad am Straßenrand an, schalten Sie den Motor aus, aktivieren Sie die Warnblinkanlage und ziehen Sie eine Warnweste an, um besser sichtbar zu sein. So können andere Verkehrsteilnehmer die Unfallstelle erkennen und mit erhöhter Vorsicht vorbeifahren. Bereiten Sie den Verbandskasten und Ihr Mobiltelefon vor, um sowohl die Rettungsdienste zu rufen als auch die Situation zu dokumentieren. Der Verbandskasten muss den geltenden Vorschriften des Gesundheitsministeriums der Tschechischen Republik entsprechen. Sobald ein Auto anhält, bitten Sie darum, die Unfallstelle mit einem Warndreieck abzusichern, und überprüfen Sie selbst, ob das verunfallte Fahrzeug gegen Bewegung gesichert ist.
Punkt Nr. 2: Notrufnummer 112
Falls noch niemand die Rettungskräfte verständigt hat, wählen Sie die Nummer 112 und bereiten Sie klare Informationen über den Unfall vor. Teilen Sie dem Operator den Unfallort mit, was genau passiert ist, die Anzahl der Verletzten und das Ausmaß der Verletzungen. Der Operator wird Sie anleiten, wie Sie Erste Hilfe leisten sollen, und denken Sie daran, dass nur er das Gespräch beendet. In diesem Moment ist es wichtig, nicht in Panik zu geraten, den klaren Anweisungen zu folgen und auf das Eintreffen der Einsatzkräfte des integrierten Rettungssystems zu warten. Falls sich der Unfall an einem unbekannten Ort ereignet hat, beschreiben Sie den nächstgelegenen Punkt, die Straße, die Nummer der Straße, ein markantes Gebäude oder nutzen Sie die Standortbestimmung. Die Notrufnummer 112 kann in ganz Europa angerufen werden.
Punkt Nr. 3: Erste Hilfe
Richtige Erste Hilfe kann Leben retten. Es ist jedoch wichtig, ruhig zu bleiben, den gesunden Menschenverstand zu nutzen und schnell zu handeln. Im ersten Schritt sollten Sie den Zustand aller Verletzten überprüfen. Wenn ein Patient mit oberflächlichen Verletzungen unter Schock steht, sorgen Sie dafür, dass er sich in sicherer Entfernung vom Straßenverkehr ausruht. Sollte jedoch ein Patient stark bluten, stoppen Sie die Blutung durch direkten Druck mit den Fingern auf die Wunde – hier kommen die Gummihandschuhe aus dem Verbandskasten zum Einsatz.
Es ist wichtig, den Bewusstseinszustand des Patienten zu überprüfen. Reagiert er nicht auf Ansprache oder ein Schütteln an den Schultern, bedeutet dies, dass er bewusstlos ist und sofortige Maßnahmen erforderlich sind. Denken Sie daran, dass bei jedem Verkehrsunfall ein hohes Risiko einer Wirbelsäulenverletzung besteht. Dennoch müssen Sie die Atemwege freimachen. Ob der Patient atmet, können Sie durch das Heben und Senken des Brustkorbs oder durch Zuhören feststellen. Innerhalb von zehn Sekunden sollte der Betroffene mindestens zweimal einatmen. Die Atemwege öffnen Sie, indem Sie den Kopf nach hinten neigen und das Kinn anheben, sowohl bei Patienten im Fahrzeug als auch außerhalb. Atmet der Patient nicht, müssen Sie sofort mit der Wiederbelebung auf einer ebenen Fläche beginnen. Versuchen Sie, den Betroffenen vorsichtig aus dem Fahrzeug zu befreien, und beginnen Sie mit der Herzdruckmassage. Drücken Sie den Brustkorb 5-6 cm tief mit einer Frequenz von 100-120 Kompressionen pro Minute. Auch hierbei wird Sie der Operator schrittweise anleiten. Ein ausgebildeter Ersthelfer kann eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen, wobei das Verhältnis von 30 Kompressionen zu 2 Atemzügen eingehalten werden sollte.
Punkt Nr. 4: Wann soll der Helm abgenommen werden?
Angesichts des Risikos einer Wirbelsäulenverletzung fragen Sie sich vielleicht, ob der Helm eines verletzten Motorradfahrers abgenommen werden sollte. Den Helm sollten Sie immer vorsichtig zu zweit abnehmen, wenn der Betroffene bewusstlos ist. Es ist wichtig, dass dies immer von zwei Helfern durchgeführt wird, wobei einer den Kopf in der Achse der Wirbelsäule hält, während der andere versucht, den Helm vorsichtig abzunehmen. Einer legt seine Finger unter den Helm auf die Wangen des Betroffenen, während der andere den Helm behutsam abzieht. Wenn Ihnen selbst ein Unfall passiert, verwenden Sie niemals einen beschädigten Helm weiter, auch wenn er auf den ersten Blick unbeschädigt aussieht!
Punkt Nr. 5: Professionelle Hilfe vor Ort
Warten Sie immer auf das Eintreffen der Einsatzkräfte des integrierten Rettungssystems. Übergeben Sie alle bisher ermittelten Informationen und folgen Sie den Anweisungen der Fachleute. An diesem Punkt endet Ihre aktive Rolle. Sie haben wahrscheinlich gerade jemandem das Leben gerettet. Je nach Schwere des Unfalls kann auch ein Hubschrauber eingesetzt werden – halten Sie in diesem Fall unbedingt Abstand. Alle auf Ihrem Telefon gespeicherten Informationen, Fotos und Videos vom Unfallort sollten Sie den zuständigen Einsatzkräften zur Verfügung stellen und niemals weiterverbreiten. Wir hoffen, dass Sie Unfällen aus dem Weg gehen können, aber es ist immer gut, vorbereitet zu sein, um richtig reagieren zu können und alle notwendigen Ausrüstungsgegenstände bei sich zu haben.
